Montag, 16. November 2009

Ich glotz' TV

Wie jeder anständige Teenager war auch ich massiv fernsehsüchtig. Es gab nichts was ich bis 1995 nicht gesehen habe, was ich nicht sehen konnte.
Noch nie besonders interessiert habe ich mich für Soaps. Ich war noch nie VerboLi-süchtig (ich weiß natürlich, wer Tanja von Anstetten ist und hörte letztens, sie habe bereits 13 Morde begangen. Aber das gehört meiner Meinung nach zum nationalen Kulturgut) und von GuZe SchleZe kenne ich KEINE Figur. Nun las ich heute in der Zeitung der Wahl, es gebe eine neue Soap beim Schwarzebrillenträgervorzeigesender SAT1. Die Sendung mit dem klangvollen Namen "Eine wie keine" spielt, wo auch sonst, in Neukölln. Hauptcharakter ist eine Alleinerziehende, die einen Aushilfsjob in einem exquisiten Hotel annimmt, um sich samt Kind durchzubringen. Das schreit natürlich nach Konflikten. Aber so richtig topp-neu scheint der Plot nicht (zumindest auf den ersten Blick). Neu an der Sache ist allerdings, dass nicht ehemalige Eiskunstläuferinnen die Hauptrolle spielen, sondern, die von mir sehr geschätzte Marie Zielcke, die ich vor Jahren noch beim Max-Ophüls-Festival sah und Jahre später in dem fantastischen "Agnes und seine Brüder".
Nun spielt sie in einer Soap, naja, dann lassen wir uns mal überraschen. Schafft es SAT1, den Neuköllner salonfähig zu machen? Finden die dargestellten Minderheiten Anerkennung? Werden tägliche Seifenopern besser, wenn die Schauspieler was können?
Abwarten und einschalten.
Ich werde wahrscheinlich wieder keine einzige Folge sehen, würde mich aber freuen, wenn Frau Zielcke nebenher noch Zeit für tolle Kinofilme hätte. Die gucke ich mir nämlich gerne an.

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