Sonntag, 15. November 2009

Soziale Kritik am Volkstrauertag

Liebe Nichthannoveraner,
Hannover ist ja im Augenblick aus ziemlich traurigem Anlass der Nabel der Welt und eigentlich war ich drauf und dran nichts zu dem Tod von Robert Enke zu schreiben, tue es jetzt aber trotzdem.
Die Tragweite der Tragik seines Todes ist kaum zu fassen und ist für mich auch nicht zu beschreiben. Aber die Tragweite der allgemeinen Fassungslosigkeit, wie sie hier herrscht , ist ebenfalls weder zu fassen noch zu beschreiben.
Aber warum regen sich alles so auf, warum schleichen alle mit gesenktem Blick durch die U-Bahn, warum haben alle ihr Lächeln versteckt? In einigen Gesprächen, die ich in den letzten paar Tagen geführt habe, kamen verschiedene Ansätze. Aber immer wieder wird das "citius, altius, fortius"-Prinzip, nach dem wir unser Leben im 21.Jahrhundert führen, als Ursache angeführt. Wir als Teil des Ganzen, der eben von sich selbst und von Anderen immer mehr verlangt und immer verlangt, dass alle bis zum Anschlag kämpfen, schrubben, sich verausgaben. Wir wollen alle immer nur das Beste, von uns und den anderen. Viel Geld verdienen, die coolste Mucke am Start haben, nen Halbmarathon laufen. Der Preis, den der Einzelne dafür zahlen muss, scheint egal. Und nun hat jemand, und dazu noch jemand, den wir alle in Hannover kennen, einen sehr großen Preis gezahlt. Den größten, den es überhaupt gibt.
Ich war ja noch nie eine große Anhängerin des Prinzips und bin es immer weniger, je mehr ich ihm ausgesetzt bin und je mehr ich drüber nachdenke.
Passt auf euch auf!
Eure Nelita

Kommentare:

neli hat gesagt…

blablabla

neli hat gesagt…

halloechen