Freitag, 20. November 2009

They work hard for the money

Ich kann wirklich nicht behaupten, dass ich eine große Freundin des inszenierten Top-Spektakels wäre. Bis auf einen Besuch bei "Wetten, dass.." in den frühen 80ern (Stargäste: Carolin Reiber und Michel Piccoli und total viele Andere) und einem Destiny's Child-Konzert 2002 (bei dem ich kurzzeitig die Vorband mit dem Hauptact verwechselte), habe ich auch keine großen Berührungen mit Massenvergnügungen. Kein "Holiday on Ice", kein "Vorentscheid zum Grand Prix d'Eurovision de la chanson", ja noch nicht mal die Eröffnung eines Elektrosupermarkts in einer mitteleuropäischen Großstadt hat mich je aus meinem Kämmerchen gelockt.
Und nun lese ich auch noch dies: Der Veranstalter der Showproduktion und zwar laut der Gazzette der größten und teuersten deutschen Showproduktion "Ben Hur live" ein gewisser Herr Abraham hat wohl Problemchen mit dit Janze. Eine Reihe Gastspiele sind verschoben worden (eigentlich sind bis Ende Januar alle Aufführungen abgesagt), da es mit der Kulisse Probleme gebe. Laut Süddeutscher Zeitung seien jedoch auch andere Gerüchte im Umlauf, man munkelt, er habe Zahlungsschwierigkeiten. Und nun zitiere ich wörtlich: "Abraham gibt zu, dass er mit der Bezahlung der Mitarbeiter im Rückstand ist "aber immer nur 4 bis 6 Wochen.""
Da ist mir eben in der S4 von Bennemühlen nach Hannover dann doch der Kragen geplatzt. Es arbeiten also den ganzen Tag Leute für diesen Mann. Diese Leute haben eine Wohung und müssen essen oder wollen mal ein Bier trinken und die Kinder brauchen eine neue Cordhose und ein neues Franzeheft oder wollen mal in den Zoo. Können sie aber leider nicht, weil der Papa oder die Mama leider erst in 4-6 Wochen Geld kriegt. Der Chef hat's nämlich gerade nicht passend.
Danke 21. Jahrhundert, danke, dass alles an Rechten für Arbeiter, wofür viele Leute lange gekämpft haben, innerhalb von ein paar Jahren weg ist, weil uns einige Leute weiß machen wollen, dass wir noch froh sein können, wenn wir überhaupt arbeiten dürfen. Für eine Showproduktion!
Bin ich froh, dass ich Gewerkschaftsmitglied bin. Heute noch mehr als sonst.
Donna

Kommentare:

Jani hat gesagt…

Wie sagte schon Lenin..."Die Kapitalisten verkaufen uns noch den Strick, an dem wir sie aufhängen werden"...
Ich selbst bin eher der Überzeugung, dass uns die Kapitalisten den Strick verkaufen werden, an dem sie uns aufhängen.

In diesem Sinne...Ernesto Jani der Rucksackdeutsche

bei Zeit: http://www.anti-zensur.info/ und dort den Beitrag von Andreas Clauss ansehen...eine Perle dieser Beitrag...und eine Schande die Realität...

nelita hat gesagt…

@jani
ist dasn scherz mit dem link?

Jani hat gesagt…

ach...bin ja noch nicht ganz irre...;-)
Ivo Sasek ist mir sofort eingefallen als ich Deinen Bericht gelesen habe...er ist auch so eine Schande...
gruß...Jani