Mittwoch, 30. Dezember 2009

Westerstede

Ich frage mich ja, ob Herr Bandelow auch der Erfinder des Ostfriesenwitzes gewesen wäre, hätte er heute nicht die Position eines Psychatrieprofessors inne, sondern die eines Dachdeckers oder Fischers oder Deichkehrers.
Aber, das meine Ex-Stadt Oldenburg dick in der ganzen Sache drinhängt, hätte mir klar sein müssen. Ich habe da übrigens mal einen astreinen Abend mit einem Fips-Asmussen-Experten verbracht. Sensationell.
A propos Regionalwitze:
Warum haben die Pfälzer immer eine leer Flasche im Kühlschrank?
- Es könnte ja mal einer kommen, der nix trinken will.

Skandal in der Landeshauptstadt

Kaum ist man mal 4,5 Jahre aus der Landeshauptstadt weg, passiert sowas.
Dass sich in SB gerne mal Sexskandale abspielen, wusste ich. ABER: seit wann ist denn das No1 eine Nobeldisco?

I just need your extra time and your...

Paris, das war's also wieder und es war legendär gut. Das Café am Palais Royal, wo es angeblich den besten Schokoladenkuchen der Stadt gibt, hatte zwar geschlossen und das Éclair, das ich stattdessen aß, war das schlechteste der Welt, dafür war ich zum ersten Mal im tollen Musée de Cluny und zum wiederholten Mal im Musée Rodin. Leider habe ich den Tipp aus den Kommentaren, eine Ausstellung im Centre Popidou anzuschauen zu spät gelesen, deswegen habe ich gestern einen 4stündigen Spaziergang durch die Stadt gemacht, der sich allerdings auch gelohnt hat.
Denn bei diesem Spaziergang sind mir mehrere Dinge aufgefallen. Erstzens, man kann die Touristen nicht mehr einfach so in nationale Kategorien unterteilen, weil z.B. die Spanier und Japaner jetzt auch North-Face-Produkte tragen, was ja früher den Deutschen vorbehalten war. Diese kann man aber immer noch an den praktischen Schuhen und der Ungeduld in den Warteschlangen erkennen (und daran, dass sie am besten vorbereitet sind). Zweitens, der gemeine Paristourist ist verliebt, in wen auch immer. Es wird geknutscht, dass sich die Balken biegen. Diejenigen, die gerade nicht verliebt sind, schauen deswegen die ganze Zeit ultraneidisch auf die Knutscher. Drittens, aufgrund gewisser Attribute ist man für den Pariser Kellner ausschließlich eine Zumutung. Bei mir sind es verschiedene Faktoren: a) zu alt, b) nicht reich genug, c) nicht willig. Welcher der Faktoren der ausschlaggebenste für absolute Nichtbeachtung ist, sei dahingestellt. Zu spüren bekam ich das am Montag. Eine jugendliche Touristin und ich waren beide gleichzeitig in einem Café an der Sorbonne.
Der Kellner hatte meine Orangina nicht nur widerwillig an meinen Tisch gebracht, sondern auch völlig emotionslos mit dem Décapsulateur geöffnet und zwar stand die Flasche dabei auf dem Tisch. (wie sich das gehört) Kurz später kam eben die jugendliche Paristouristin (Typ aufgetakelter Teenager, aber noch ungeknutscht) mit Mutter ins Café. Während die Mutter kurz verschwand, kam der Kellner mit der Bestellung: ein Kaffee für die gnädige Frau und für das Kind eine Flasche Cola light (was auch sonst...). Der Kellner nahm die Flasche MIT Décapsulateur von oben in die rechte Hand und hielt dabei das Tablett in der linken fest. Er konnte also, der Flasche beim entkronkorken keinen Widerstand geben. Deswegen haute er sich die Flasche von hinten gegen die rechte Schulter und mit einem großen Zischbummspritz ergoß sich ein ordentlicher Schluck der Cola light auf dem Hemd des Kellners und die Flasche war auf. Das Mädchen, das blitzschnell checkte, dass es sich hierbei um ein Anmachen durch Beeindrucken handeln musste (und zwar in der Klasse "nächstes Jahr kommen wir mit der Numemr ganz groß raus"), blickte verschämt unter sich und der Kellner wischte sich, als er wieder zur Kasse ging unauffällig die Cola vom Hemd.
Darüber, sowie über die zwei Pfälzer-Witze, die mir ein Freund im Zug erzählte, amüsiere ich mich schon seit zwei Tagen!
Direktknutschen


Sonntag, 27. Dezember 2009

Je me balladais sur l'avenue

Einer der unschätzbaren Vorteile der real Landeshauptstadt ist ja die Nähe zu Frankreich. Böse Zungen behaupten, es sei der einzige Vorteil, den die Stadt überhaupt habe. Nun ist ja Frankreich bekanntermaßen nicht gleich Frankreich. Wenn ich hier aus dem Fenster auf die Spicherer Höhen und das ausgesprochen pittoreske Stiring-Wendel gucke, so ist dies doch ein anderer Schnack als ein verschlafenes Dorf im Burgund oder die bretonische Küste. Aber, ich will hier nicht mit Plattitüden erster Güteklasse langweilen, worauf ich nämlich eigentlich hinaus will ist:
Morgen werde ich mich nach Paris aufmachen. In 1:49 Minuten saust man wie ein geölter Blitz durch die Province und schon ist man zackdibumm in der Stadt der Liebe. Für Niedersachsen: genauso lange braucht man auch von Hannover nach Oldenburg, einer mir ja ausgesprochen vertrauten Bahnstrecke.
Ich habe noch kein Programm für die zwei Tage, außer dem, in einem versteckten Café in der Nähe des Louvre einen Schokokuchen - und zwar laut ausgewiesenem Schokokuchenexperten - den besten der Stadt zu mir zu nehmen und endlich mal nach Versailles zu fahren.
Auf jeden Fall freu ich mich wie bolle - von der Landeshauptstadt in die Capitale. Paris, j'arrive!
Ps. Vorschläge nehme ich natürlich gerne entgegen!

Samstag, 26. Dezember 2009

Endlich wieder Landeshauptstadt

Endlich wieder Landeshauptstadt und zwar da real Landeshauptstadt, heißt es momentan in meinem wenig bewegten Leben. Die Zeit zwischen den einzelnen Gängen kann man gut mit Müßiggang verbringen, welcher Art auch immer.
Der Zeitvertreib, dem man in SB, exzellent nachgehen kann, ist der des Kinobesuchs. Die "unglaublich vielfältige Landeshauptstadt" (ein Hoch auf den Erfinder dieses Slogans) verfügt nämlich, auch in Zeiten des Multiplex-Kinos noch über eine anständige Anzahl anständiger Kinos.
Immerhin gibt es in der Fußgängerzone und umzu (wie der Bremer an sich gerne mal sagt) drei Nicht-Multiplex-Kinos. Eines davon ist die heutige Camera zwo, das ehemalige Scala-Kinocenter. In diesem Lichtspielhaus war ich 1987 mit Freund M. und dessen großem Bruder zum ersten Mal alleine im Kino. Es wurde Spaceballs gegeben, den ich, ohne jemals auch nur eine Folge Krieg der Sterne gesehen zu haben, bis zum heutigen Tag großartig finde. Blöd damals war nur, dass ich noch nie ernsthaft ein Cornetto Nuss ("Das ist unbeschwerte Eiskunst wie in Bella Italia") gegessen hatte und diese hellblaue Windjacke trug. Mir war einfach nicht klar, nein, ich wusste nichts von dieser Schokospitze unten am Ende des Cornettos und hielt die ganze Zeit das Eis gut fest. Als das Licht dann wieder anging, hatte sich die Ex-Schokospitze in Kakao verwandelt, der auf meiner hellblaune Windjacke verteilt war. Großflächig verteilt. Traumatisch.
Heute wird Fatih Akin, Woddy Allen und Jane Campion in der Camera zwo gegeben. Zwischen denen werde ich mich dann wohl entscheiden müssen. Sicher bin ich mir allerdings bei der Wahl der Schnäckerei. Nie wieder Cornetto Nuss. Und hellblaue Windjacken finde ich auch echt diskutabel.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Let's go siesta in you Ford Fiesta

Dass Dinge gerne mal in Vergessenheit geraten ist ja nix neues. Heute zum Beispiel hatte ich mit dem Wohni noch ein längeres Gespräch über Maria Sebaldt und er versicherte mir, er habe in den letzten 15 Jahren nicht an sie gedacht. Er erinnerte sich jedoch, wie es sich für einen Connaisseur der Popkultur gehört, in Windeseile an sie. Denn, wenn man in den 80ern das ZDF anschaltete war Maria Sebaldt auf dem Bildschirm, auch wenn man sie gelegentlich mit Mutter Drombusch verwechselte. (dass ich alle Folgen der Serie gesehen habe, ist übrigens wahr. Und dass ich das gerne tat, ebenfalls)
Genauso ging es mir heute mit M People. Wie lange mag ich nicht an die gedacht haben? In den 90ern hatten sie so ein schattiges Dasein im Mainstreamfunk, für die Teile des Jahrzehnts ja bekannt waren.
Mich hat der Funk noch nie umgehauen, im Gegensatz zu dem Kirmes-House, den man ja in den 90ern auch gerne mal hörte, vor allem in der Disko. Ein echter Knaller war z.B. Gypsy Woman von Crystal Waters. Würde ich heute noch in die Disko gehen, würde ich dazu auf jeden Fall immer noch tanzen. Dass die arme Crystal aber 2006 schon vor ein paar Schwulen auf der San Francisco Gay Pride performen musste, ist natürlich nur ein bedingt gutes Zeichen. Wobei ich denke, dass der CSD San Francisco doch ne Ecke größer ist, als der CSD in Oldenburg.
Schwierig wurde es mit der Street credibility selbst in SB dann, wenn man plötzlich Elastica UND Crystal gut fand.
Rausgewurschtelt habe ich mich dann doch noch. Wie, ist ne andere Story.

Dienstag, 22. Dezember 2009

La vie est belle

Nun haben wir es also fast alle mal wieder geschafft. Ich war heute sogar noch auf der
Georgstraße in Hannover und habe es überlebt.
Man glaubt es ja nicht, aber irgendwie geht es ja doch Jahr um Jahr.
Die Diskussionfrage zur Weihnachtszeit und für die Zeit zwischen den Jahren, dieses Mal mitbegracht aus dem dicken B.: Macht Labello eigentlich süchtig?
Keren Ann schon.
Auf ins dicke SB, freu mich auf Back to the future, sehr gutes Essen, ausgesprochen nette Gesellschaft und interessanten Austausch.

Montag, 21. Dezember 2009

Es begab sich zu einer Zeit...

..als ich mich manchmal intensiv fragen musste, wo hinten und vorne ist.
Nach eindringlichen Gesprächen über Kochrezepte, Liebe und andere Katastrophen sowie Dinge, die das Alter so mit sich bringt, finde ich nun wieder Zeit, mich mit dem Block zu beschäftigen. Aber leider nur kürzest, ich muss nämlich gleich performen.
Also, deswegen. Guckt euch das an und vergesst nicht, den Mund irgendwann wieder zuzumachen.
Direkt-Sand
Via E.

Dienstag, 15. Dezember 2009

Smash-Hits

Als ich noch nicht für das Land Niedersachsen geschrubbt habe, hatte ich ja gelegentlich mal Zeit und bin deswegen manchmal weggefahren. Und, da ich ja eine Mainstream-Liebhaberin bin, war ich auch gerne mal an Plätze, wo außer mir schon 6 Billiarden andere Leute waren. Der Punkt ist nämlich: wenn man so durch den Hyde Park spaziert oder durch den Parque del retiro, merkt man, dass es ja schon Gründe gibt, warum da jeder hinlatscht oder dort jemandem einen Heiratsantrag macht. Sie sind einfach schön und man muss sie gesehen haben und man will da immer wieder hin. Dass da aber jeder schonmal war, macht natürlich auch, dass die Stätten gerne mal ganz schön durchgenudelt sind.
Durchgenudelt sind auch gerne mal gute Lieder. Wer kann schon noch "Respect" hören oder gar sowas wie "Life on mars" oder gar "Smells like teen spirit". Puh.
Ein Lied, das sich hier absolut auch einreihen ließe, wäre "Creep". Schon 20.000 Mal gehört und schon 30.000 mal gedacht "I wish Iwas special, you're so fucking special". Man kann es nicht mehr ertragen, im Grunde.
Aber, echt, ich schwöre, das hier ist wirklich schön und nicht nur im Advent.
via

Irreales

Wenn ich nochmal klein bin, lerne ich immer Vokabeln, weil ich sonst nicht in den Himmel komme. Oder meine Englischlehrerin ein Magengeschwür bekommt. Und das ist ungefähr das Gleiche wie nicht in den Himmel kommen. Aber, warum kommen Englischlehrerinnen auch auf so Schnabbesideen, wie in der Adventszeit echt was reißen zu wollen. Weltfremd benehmen se sich, genervt werden se und dann sind se ungnädig und das wenn's schlecht läuft bis zu den Zeugnissen. Deswegen würde ICH IMMER Vokabeln lernen...
Die Englischlehrerinnen hören solange das. Das ist nämlich das Einzige was hilft, manchmal sogar bis zu den Zeugnissen.

Montag, 14. Dezember 2009

Ich will den deutschen Schlager wieder groß machen

Beim Wort Schlager zieht sich mir augenblicklich alles zusammen. Alles, wirklich. Ich kann bei Schlager nur an Dieter Thomas Heck denken und an Viktor Worms, den ich als Kind noch schlimmer fand. Denke ich mal ernsthaft drüber nach, was so alles in meinem Plattenschrank steht (nein, ich habe keinen Plattenschrank, es hört sich aber besser an als "was in Laufwerk D abgespeichert ist") so ist da sicher einiges dabei, was unter der Kategorie Schlager nicht falsch einsortiert wäre.
Heute nun sah ich wenige Millisekunden der astreinen ARD-Sendung "ARD-Buffet" (ja, Lehrer schaffen nix, sind immer schon um 12 zu Hause und verdienen viel zu viel Geld) ein Filmchen über den Wendler. Ihr werdet den natürlich nicht kennen, ihr habt ja auch Geschmack. Der Wendler ist ein Musiker aus Dinslaken, wo ja meiner Meinung nach "Die Wicherts von nebenan" gespielt haben und "will den deutschen Schlager wieder groß machen". Hits wie "Sie liebt den DJ" undTrau keinem über 30" gehören zu ihm wie sein Bürstenschnitt (weswegen in dem Beitrag auch öfter gesagt wurde "der Wendler hat die Haare schön"). Der Wendler hört auch nur seine eigene Musik, hat laut eigener Aussage 400 Lieder geschrieben und hat noch ganz viele Projekte vor sich, er will nämlich der Star des deutschen Schlagers werden.
Ich wünsche euch zu Weihnachten, zum Geburtstag und zu allem, was man sonst noch so hat, das ihr das nie mitbekommen werdet. Da ihr den Wendler aber auch vor diesem Post noch nicht kanntet und auch nie ARD-Büffet guckt, weil ihr ja anständige Berufe habt, habe ich da auch eigentlich gar keine Sorge.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Legales Glück

Ich gehöre ja zu dem wenigen Menschen, die mit der Lotto-Vereinigung noch nicht quitt sind. Ich führe nämlich (noch), da ich aufgrund eines Versehens vor einigen Jahren bei einem dicken Jackpot einen Dreier einfuhr (nicht alleine, zugegebenermaßen) und der 20 Oero in die Haushaltskasse brachte. Im Grunde müsste ich also dem Spielen verfallen sein. Meine Trägheit und der alte Klassiker "Pesch im Spiel, Geld valor" arbeiten jedoch dagegen.
Trotz allem, höre ich mich gelegentlich mal sagen: "Da wett mir doch einer nen Storch" (was daran liegt, dass ich "da brat mir doch einer nen Storch" nicht verstehe), womit ich meine, lasstunswetten!
Und was hätte ich darauf gewettet, dass Karltheodorzuguttenberg (aka Mr. Loverloverparade) die nächsten 27 Jahre Mitglied der Regierung bleibt.
Tja, wie gut, dass ich nicht glücksspiele. Denn, diese Wette, so denke ich zumindest, würde ich nicht lange gewinnen.
A propos wetten, bei einem bin ich mir dann doch sicher.

...die ald Faasenachd

Dss Leben in WGs oder aber auch Kommunen bringt unschätzbare Vorteile mit sich. Heute Abend zum Beispiel bin ich in den Genuss eines hervorragenden Steckrübensoufflets gekommen, von dem ich bis vor einigen Tagen überhaupt nicht zu wagen geglaubt hätte, dass so etwas existiert.
Ein weiterer Vorteil ist der, dass man Lebensweisheiten in Form von Lebensarten nahezu täglich auf em Servierteller (manchmal sogar dem des Soufflets) erhält. Eine der Redensraten, die sich - nicht nur in meinem - aktiven Sprachgebrauch nun seit 13 Jahren hartnäckig hält, ist: "Hinnerherkumme wie die ald Faasenachd". Was in etwa bedeutet, dass man mit etwas nicht einhundertprozent Uptodatem versucht, seine Mitmenschen zu beeindrucken.
Mich beeindruckte kürzlich die, in meinem Freundeskreis, viel und kontrovers diskutierte Penélope Cruz mit dem diabolischsten Blick, den die 00er Jahre im Kino je sahen. Nämlich dem, als sie in Vicky Cristina Barcelona ihre Kontrahenin Scarlett Dingsbums, die eine dümmliche Amerikanerin spielte und nur meine gute Erziehung verbietet es mir, hier näher darauf einzugehen, ob sie diese Rolle perfekt oder wirklich perfekt verkörpert, durchbohrt. Scarlett, Penélope und Javier Bardem, der den Lover, respektive Ex-Lover spielt, sitzen im Garten und Penélope muss sich damit anfreunden, dass es nun andere Göttinnen neben ihr gibt, nämlich gerade Scarlett. Wie das Ganze ausgeht. Selbst anschauen. Ausgesprochen empfehlenswert ist nämlich der ganze Streifen.
Und, da ihr den natürlich schon alle vor Monaten gesehen habt, komme ich mal wieder hinnerher wie...

Freitag, 11. Dezember 2009

Einfach nur raus aus dem Loch

In München heißt der Flughafen Franz-Josef Strauss. Klar.
Schönefeld heißt jetzt Willy Brandt. Doppelklar.
Und wie wird Hannover irgendwann heißen? Gerhard Schröder? Uschi von der Leyen?
Ich fühl mich so müde. Nur noch müde.
Willkommen an Bord

Non scholae sed vitae discimus

Fremdsprachenunterricht hat ja heutzutage nichts mehr mit dem zu tun, was man in grauer Vorzeit so kannte. Grammatik gibt es gar nicht mehr und übersetzen ist so reaktionär, dass es brummt. Schade eigentlich, denn der Name des neuen Popstarsduos "Some & Any" wäre der perfekte Einstieg in die Englischwoche am Montag. Denn, was wir heutzutage machen müssen, ist schülernah zu sein. Und, was gibt es Schülernäheres als Popstars?
Warum die beiden übrigens "Some and Any" heißen und nicht "Du und ich", wie ja die eigentliche Sendung hieß, ist übrigens ganz klar. Popstars hat verbummelt, dass es "Du und ich" schon gibt...

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Style

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, sind die 00er Jahre demnächst rum. Um einen berühmten Berliner Politiker zu zitieren: Das ist auch gut so. Nichts war so unnötig wie das letzte Jahrzehnt, was, so glaube ich, außer Castingshows und Blocks (sic!) nur noch den für jeden erschwinglichen MP3-Player hervorgebracht hat. (ich war zugegebenermaßen noch auf ein paar ganze netten Konzerten und in der Sowjetunion bin jetzt Beamtin und war manchmal sogar glücklich verknallt, aber das ist ein anderes Fass, das hier auf gar keinen Fall aufgemacht werden sollte)
Ich sehe mich noch in den letzten Tagen des Jahres 1999 darüber nachdenken, wie sich das Leben im neuen Millennium wohl anfühlen möge und kann nur sagen. Granatenüberflüssig. Depressionen wo man hinguckt, Wirtschaftskrisen und dann auch noch dieser Style, womit wir beim eigentlichen Thema des Posts sind. Meine Abneigung dem neuen Jahrzehnt stammt daher, dass ich es zwar immerhin wieder in eine Landeshauptstadt geschafft habe, aber endgültig draußen bin aus allem, das etwas mit cool, Style und dem ganzen Rest zu tun hat. Besonders aufgefallen ist mir dies, als ich den Block Stil in Berlin heute zum ersten Mal überflog. Das ist wahrscheinlich wieder sowas für Leute wie mich, die in durchschnittlich großen Städten, die durchschnittlich spannend sind, leben und mal gucken wollen, wie die richtigen Stylehämmer so rumlaufen.
Und. Nix. Die Damen und Herren aus Berlin sehen, meiner Meinung nach aus, als hätten sie
a) in einem Peter-Kraus-Film mitgespielt (oder im "Dritten Mann") oder
b) mal in nem Ultravox-Video richtig krass gedanced oder
c) auf der Regierungsbank der Regierung Merkel 2 Platz genommen (ich denke da an Uschi und Krissi).
So, und nun? Ich bin alt, verstehe die Jugend nicht mehr, laufe rum wie der letzte Spießer und denke auch noch, es wäre verhältnismäßig cool. Was fürn Armutszeugnis.
Aber, wenn mir das andere doch nicht gefällt....Manno.



Coffee and TV

Wenn man sich am 10.12.2009 mit Komödien im klassischen Sinne beschäftigt, scheint es auf der Hand zu liegen, dass man sich mit den ersten 11 Minuten des Champions-League-Spiels Stuttgart gegen na, sag schnell, wie heißen die denn nochmal...auseinandersetzt.(SPON hat auch lieber drauf verzichtet überhaupt kund zu tun gegen wen die Schwaben denn gestern glamourös aus Versehen drei Mal getroffen haben, um dann 79 Minuten zu spielen wie die B-Jugend eines südniedersächsischen Vereins, der hier lieber unerwähnt bleiben möchte. )
Aber, nein, unter den Blinden ist der Einäugige König und wie sagte schon Woody Allen so schön: "Mit jemandem zu schlafen der vorher gekifft hat, das ist so, wie einem Betrunkenen einen Witz zu erzählen." (zumindest so ähnlich).
Ich lache nicht über Leute, denen es eh schon schlecht geht.Das machen ja andere Hannoveraner und die verdienen damit Geld und kommen nicht in den Himmel.
Lieber schaue ich mal nach, was die deutsche Comedy-Elite so treibt und da las ich heute, dass die von mir sehr geschätzte Firma Melitta klagt und zwar gegen den Kaffee-Vollautomaten-Hersteller "Kaffee-Partner". Die würden nämlich in einem Spot Filterkaffee schlecht machen oder, um auf den Einstieg zurückkommen, sich darüber lustig machen. Wenn man sich den Spot mit der die RTL-Comedy-Größe na, warte, wie heißt sie nochmal, sag schnell...ah Mirja Boes, da steht's ja, als Hauptfigur, nämlich einer Kaffee kochenden Sekretärin, anschaut, so finde ich: Recht haben sie, die von Melitta. Die Sekretärin verbrät die Arbeitszeit damit, den ekligen Filter in den Müll zu schmeißen und außerdem ist das Kaffeepulver aus und das kostet und kostet: den Arbeitgeber Geld (diesen Ansatz finde ich übrigens ganz fantastisch) und die Sekretärin Nerven und irgendwie auch kostbare Lebenszeit.
Aber, das ist doch nicht das, was ich mit Melitta verbinde, oder? Den Schuh würde ich mir an deren Stelle nun wirklich nicht anziehen. Bei Melitta denke ich an den weißen Porzellankaffeefilter meiner Oma, in den sie eine echte 2er Filtertüte reinlegte, um dann dort den handgemahlenen Kaffee reinzufüllen. Den Filter setzte sie dann auf eine Porzellankanne, goß das in einem speziellen Wassertopf auf dem Gasherd erhitzte Wasser auf das Pulver und den Geschmack dieses Getränks kann kein Vollautomat auch nur annähernd erreichen. Ich sage nicht, dass es perfekt war. Aber, will man in einer nach Ölheizung riechenden Malstatter Wohnung zu einem Stück Rührkuchen, der noch mit Aurora-Mehl gebacken wurde, etwas anderes trinken? Ich nicht.
Coffee and TV

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Norma Jean No5

Ich glaube, dass ich zu den 0.01% der Weltbevölkerung gehören, die finden, dass "Le fabuleux destin d'Amélie Poulain" ausschliesslich nervt - und jetzt bitte nicht schreien, sondern weiterlesen - weil ich Audrey Tautou nur mäßig attraktiv und auch nur mäßig spannend finde. (Und, doch die Szene mit den Himbeeren ist super).
Nun habe ich aber als echtes Lipstick-Girl (Brooke Shields lebt noch und spielt noch in Serien mit, die um 20.15 ausgestrahlt werden. Was man bei einer Krankheit so alles lernen kann...) natürlich ein großes Faible für alle Chanel-Produkte. Man munkelt, es liege an meiner übersteigerten Selbstwahrnehmung - alles, was meinen Namen enthält, finde ich super - aber nein, dieses Mal ist (auch) Marilyn Monroe dran Schuld. Sie antwortete doch mal auf die Frage, was sie nachts trage mit den Worten: "Im Zweifelsfall einen Hauch von Chanel."
Tout cela pour dire, Audrey Tautou ist das neue Gesicht von Chanel No5 und der Clip ist echt super.

Nackt im Wind

Der regelmäßige endlichwiederlandeshauptstadt-Leser ist knallhart ganz dicht dran an der Realität. Der Blick auf die weniger schönen Dinge des Lebens wird nicht verschlossen, sondern es wird hingesehen. Ich persönlich tue das ja auch, obwohl ich den Block irgendwie anders lese, zum Beispiel, beim Blick auf die Glühweinpreise auf dem Lister Weihnachtsmarkt, der Anzahl der von mir bereits gekauften Weihnachtspräsente und der Frage aller Fragen, wann es mal wieder wirklich Sommer wird.
Genauso hat die "Band für Afrika" auch schon in den 80ern hingeguckt. Sie haben dies allerdings, im Gegensatz zu mir, auf die politische - und somit weitaus berechtigtere -Ebene gebracht.
Band für Afrika? WTF??? Doch, doch ihr erinnert euch, das war das deutsche Band Aid sozusagen.
Nun habe ich mir eben mal das Video angeschaut und dabei zwei Dinge festgestellt. Erstens: wenn man in den 80er deutscher Popstar werden wollte, war es nicht schlecht, wenn man nicht singen kann. Zweitens: wer isn das alles?
Und nun: wer kriegt sie alle zusammen, ohne nachzugucken (sonst: ihr Spielverderber und ich beleidigt)

Sweet like sugar

Als ich in den 8oer Jahren Kind war, achtete man relativ nicht die Bohne auf gesunde Ernährung. Es war total klar, dass man Miracoli aß (und zwar gerne), dass man, wenn Ostern und Weihnachten auf denselben Tag fielen, eine Capri Sonne bekam und es war auf gar keinen Fall verpönt, von wemauchimmer ein Hanuta anzunehmen. (wobei ich das schon immer zu trocken fand)
Wenn ich mich heutzutage mit denen mir anvertrauten Kinder in der Wildbahn des Großstatdschungels aufhalte (und damit meine ich die mir privat anvertrauten) so passiert es doch oft genug, dass die Wurstverkäuferin fragt. "Kriegt er denn ein Stück Gelbwurst?" und sie meint damit nicht "Schmeckt dem Bub das?", sondern "Ist das mit der Ernährungslehre der Familie zu vereinbaren."
Ganz schlimm wird es bei Zucker aller Art. Zucker geht gar nicht. Ich wunderte mich, dass mir ein befreundeter Vater kürzlich erzählte, dass seiner 1,5jährigen Tochter in der Bäckerei ein Duplo angeboten wurde (was sie dankend annahmen). Allerdings war dies in SB und da isst man, was auf den Tisch kommt und schert sich einen Teufel um linksdrehende Milchkulturen: Hauptsach gudd gess. So sind da auch noch die Frauen aus den Bäckereien drauf.
Nun las ich heute auf stern.de von den 10 größten Zuckersünden für Kinder und ich kann erstaunlicherweise nur eines berichten: Von den 10 angeführten Produkten habe ich 8 (!) noch nie gegessen. Nun kann es natürlich sein, dass ich auch aus dem Alter des kindgerechten Milchproduktes raus bin, aber, es kann doch nicht sein, dass ich lediglich Milchschnitte und Fruchtzwerg schonmal gegessen habe. Bin ich ein Opfer der Ernährungsmafia?
Wahrscheinlich falle ich auch noch auf die ZDF Serie Abenteuer Forschung rein, die uns heute die "Ernährung zwischen Genuss und Vernunft" erklärt.
Halb 12 in Deutschland. Ich brauch mal ein Knoppers.
Herr Kapellmeister.

Dance like nobody is watching

Mein Interesse für Universitäten hält sich stark in Grenzen. Jedoch selbst zu mir ist durchgedrungen, dass gestreikt wird an deutschen Unis - mal wieder.
Natürlich erinnerne ich mich gerne an den bitterkalten Dezembertag 1996 zurück, als große Teile der philosophischen Fakultät der UdS die Kreuzung Dudweiler Straße/Kaiserstraße in Saarbrücken im Rahmen des "Lucky Strike" blockierten, indem sie einfach nur "zu langsam" über die Fußgängerampel gingen und somit die Grünphase für die Autos zeitlich sehr stark limitierten. Das Ergebnis war, dass der Berufsverkehr der Saarmetropole zusammenbrach und ich danach die erste Mandelentzündung meines Lebens hatte. Weitere Konsequenzen gab es, wenn ich mich recht erinnere, nicht. Zumindest keine, die die Uni betrafen.
13 Jahre später studieren die Leute in einem völlig anderen System. Dass dieses "neue System" kein großer Spaß ist, scheint auf der Hand zu liegen und ist bekannt. Wenn man einen Schein nicht bekommt, padong, wenn man nicht genug Credit Points bekommt, darf man nicht den anderen Kurs machen und keine Bachelorarbeit schreiben und so weiter. Die Kurse werden auch nur alle paar Semester angeboten und dann hängt man in der Warteschleife. Wenn man die Credit Points nicht beisammen hat, dann sagt man sich nicht, ach, dann habe ich eben totales Pech gehabt und muss mich schämen, nein man muss auch latzen und zwar nicht zu knapp. An meiner Uni, der Universitas Saraviensis, muss man für "grundständige Studiengänge sowie konsekutive Masterstudiengänge" seit dem Wintersemester 2007/2008 im ersten und zweiten Semester 300 und danach 500 Teuro Studiengebühren zahlen. Frau Dr.Maurer, vom Projektmanagment Studiengebühren erklärt dies hier folgendermaßen:
"In einem starken internationalen Wettbewerb unternimmt die Universität daher zahlreiche Anstrengungen, um die Qualität von Lehre und Studium auf hohem Niveau zu sichern und fortzuentwickeln. Angesichts angespannter öffentlicher Haushalte können die dafür notwendigen Mittel nicht allein vom Land bereitgestellt werden. Die Studierenden profitieren direkt von weiteren Verbesserungen, müssen dafür aber auch einen finanziellen Beitrag leisten."
Aha, also, ich darf studieren und zwar seit neustem richtig dufte, dann aber bitte auch mit einem kleinen Spendenbeitrag. Son war es bislang. Aber nun, anschnallen, Kippe aus, festhalten. Der evangelische Pressedienst teilte gestern mit:
"Die im Saarland regierende "Jamaika"-Koalition hat die allgemeinen Studiengebühren für das Erststudium gekippt. "Wir garantieren saarländischen Studierenden ein gebührenfreies Studium ab dem kommenden Sommersemester", sagte Wirtschaftminister Christoph Hartmann (FDP) am Dienstag in Saarbrücken."

Aha, also, neue Regierung und plötzlich ist die Haushaltslage besser? Und plötzlich muss man als Studierender nicht mehr seinen Teil dazu beitragen, dass der Laden da oben im Wald läuft? Da hat sich wohl irgendwann jemand dringend verrechnet.
Nun las ich kürzlich auf SPON einen Satz des Präsidenten des Hochschulverbandes (wasimmer der auch so zu tun hat) Bernhard Kempen:
"Wir haben zwei Studentengenerationen verschlissen." Kemper fordert in dem Artikel unter anderem die Widereinführung des Dipl.Ings. Nach ein paar Jahren Betschelers schaffen wir den wieder ab, weil, da ham wa uns wohl getäuscht.
Und Studiengebühren, schaffen wir auch ab, jetzt ist ja wieder genug Geld da.

Ich weiß nicht, ob ich mit Herrn Kempen einverstanden bin, dass die Generation von Studenten verschlissen wurden. Veräppelt scheint mir da richtiger.


Sonntag, 6. Dezember 2009

Latin lovers

Wer behauptet, Norddeutschland hätte außer Grünkohl und Peter-Harry Carstensen nicht viel zu bieten, irrt gewaltig. Schließlich gibt's noch ultraschlechtes Wetter, preußische Genussbremsen und Dieter Bohlen. Als Diaspora kann man das kleine Bremen betrachten. Dort scheint die Welt nocheinmal ganz anders zu sein und vor allem in Ordnung. Manchmal kommt es einem so vor, als sei Bremen eigentlich das kleine gallische Dorf und das große Niedersachsen außenrum sind die Römer.
Mein persönliches Bremen Highlight ist der Lateinformationstanz. Diese Art des Tanzens tut sich besonders dadurch hervor, dass 16 Mensche, die alle unglaublich unnatürlich braun sind und wahnsinnige schwarze Haare haben, das machen, was ich unter Aerobic verstehe.
Mein Interesse für diese tänzerische Schwerstarbeit wurde durch die fantastische ARTE-Dokumentation über die TSG Bremerhaven ("Latin lovers"), die Mitte des ausgehenden Jahrzehnts ausgestrahlt wurde, geweckt.
Lateinformation ist ja eine der wenigen Sportarten, meiner Meinung nach, neben Curling die einzige, in der es keine Nationalmannschaften gibt, sondern Vereine teilnehmen dürfen. Das hört sich dann in der Live-Übertragung folgendermaßen an: "Die größten Favoriten neben den Bremern sind Litauen".
Nun war diese Wochenende in Bremen mal wieder die Weltmeisterschaft der Formationstänzer und wie soll es anders sein, die Lokalmatadoren haben gewonnen. Fehler der "Litauer" dürfte gewesen sein, dass "für Tanzpuristen das tänzerische Lateinelement gefehlt hat". Aha.

Guilty feet have got no rhythm

Für Manche ist ja die Vorweihnachtszeit ein schrecklicher Alptraum. Es riecht überall nach Zimt, Media Markt macht noch mehr Werbung mit Mario Barth als sont und dann auch noch "Last Christmas" all day long. Ich habe von Leuten gehört, die eine schwere George-Michael-Allergie haben und die bricht spätestens am 1.Advent aus.
Aber, mal ehrlich, was haben die eigentlich gegen George? Er hat einen Haufen Smash-Hits geliefert, man denke nur an "Club Tropicana" oder "Wake me up before you gogo", er hat sich als erster (neben TAFKAP) gegen die Musikindustrie gestellt und sich aus seinem Vertrag rausgeklagt und nun las ich, dass er die Rechte an seiner Autobiographie schon an HarperCollins verkauft hat, den Verkauf aber wieder rückgängig gemacht hat, weil er erfuhr, dass der Verlag Rupert Murdoch gehört. Ein Bombentyp der George, oder? Ein Kämpfer für gerechte Welten und ein Connaisseur des guten Geschmacks.
Die klitzekleinen Eskapaden, die er sich privat geliefert hat, kann man da als weltoffener Mitteleuropäer nicht einfach mal drüber hinwegsehen? Mein Gott, Sex im öffentlichen Klo, am Steuer einschlafen und mit ein bisschen Crack erwischt werden. Das sind doch Peanuts. Wer ohne Fehler ist, der werfe den ersten Stein und immerhin, er bessert sich ja. Denn heute las ich:
"Heute rauche ich nur noch 8 Joints pro Tag."

Endlich wider Biathlon oder Angst vor der Hundemafia

So eine anständige Adeventserkältung bringt ja vielerlei mit sich. Unter anderem Fernsehen.
Und da war gestern natürlich ein Spitzentag. Ich konnte nachmittags versuchen, das Supertalent zu verstehen, was mir aber, und jetzt - attention -, nicht gelungen ist. Wobei ich mich versuche damit rauszureden, dass ich es natürlich auch gar nicht erst richtig versucht habe. (das war meine Standardausrede für 9 Jahre nicht gemachte, weil nicht geschnallte Hausaufgaben). Neben ein bisschen Dies und Jenes bis um viertel nach 8 (Serien auf Pro7 für die ich 20 Jahre zu alt bin, People-Magazine und Wintersport) war dann natürlich Wetten, dass... angesagt. Dass ich eine ganze besondere Beziehung zu der "größten Fernsehshow Europas habe, erwähnte ich ja schon an anderer Stelle. Aber, das, was ich da gestern teilweise sah, war wirklich ein Bild des Untergangs. Thomas Gottschalk versucht gar nicht mehr Interviews zu führen, die Wetten sind wirklich nicht mehr zu toppen beknackt, (mir taten die Mädels, die das Katzenfutter mit den Füßen erkennen wollten echt leid) und wer waren der der Mann mit dem Schnurres und die Frau daneben, die den ganzen Abend da saßen?
Es war also durch und durch unnötig das Ganze zu schauen, wenn nicht Wolfgang und Anneliese da gewesen wären. Es zu beschreiben, bzw. es zu versuchen zu beschreiben wäre grob unnötig, weil nicht machbar. Wolfgang und Anneliese sind ein event, ein happening, einmalig. Dass sich Anneliese getraut hat, den "Gottschi" auf den Mund zu küssen, fand ich fantastisch. Die Einzige, die sich das vorher getraut hat, war ja Uschi Blum, bevor sie noch ins Schlagerparadies nach Dormagen (den alten Bumsschuppen) fuhr.
Eine ausgiebige, weil sehr professionelle Kritik schrieb Lilith Volkert übrigens in der SZ.
DirektSZ

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Mens sana in corpore sano

Wenigstens vierteljährlich trifft sich die Redaktion von endlichwiederlandeshauptstadt zu einem opulenten Austausch. Meist ist das Treffen noch mit einer außerschulischen Aktivität verbunden, weswegen sehr böse Zungen diese Meetings auch die "Kaffeefahrt der Bessergestellten" nennen. Bei dem letzten Treffen unterhielten sich Kollege Doppelmüller und ich über die Fachzeitschriften der verschiedenen Handwerkersparten, sind wir doch beide bodenständig genug, um nichts mehr zu schätzen als Wertarbeit. Neben der allseits bekannten Bäckerblume, kam das Gespräch auf ein Produkt der gleichen Verlagsgruppe, die uns als frankophilen Gourmets natürlich regelmäßig das Wasser im Mund zerlaufen lässt und zwar allein beim Durchblättern: die Käsetheke.
Doch ist und bleibt ja das Fachblatt Nummer Eins, die von mir regelmäßig durchgearbeitet Apothekenumschau. Gibt es eigentlich ein Leiden, das nötig wäre, läsen wir nur oft genug das Fachblatt des Pharmazeuten? Ich behaupte nein.
Nun schaltete ich eben ein bisschen wahllos durch das Vorabendprogramm und blieb beim Haus-und Hofsender der Kommune hängen: Radio Télévision Luxembourg. Dort kam im Werbeblock zwischen "Leute heute", was bei RTL wohl Exklusiv heißt, und den Viertelvorsiebensensationsnachrichten ("Wie sie in der Vorweihnachtszeit von Betrügern immer wieder hinter's Licht geführt werden können " - und zwar nicht nur hinter das des Adventskranzes) eine Fernsehwerbung für die Umschau, wie wir Freunde sie nennen. Und was hörte ich da? Eines der Themen, der von mir noch nicht bearbeiteten aktuellen Ausgabe ist "Wie Sie wieder schwung in ihr Sexleben bringen".
Nanana, liebe Apothekenumschau, nicht die Stammleser verprellen: Kollege Doppelmüller ist Beamter und ich katholisch.

Alle Jahre wieder...

Wenn Youtube-Videos mehr als Worte sagen!
Ganz herzliche Grüße!

Mittwoch, 2. Dezember 2009

Krissi des Tages

Selten, wirklich ganz, ganz selten habe ich es erlebt, dass ich mich mit fast allen Leuten, die ich kenne (außer der 9c) über ein Thema unterhalte: die Krissi. Sie heiratet übrigens ihren Ole, finde ich auch richtig, wir streben die Normfamilie an.
Nun aber bin ich bei den Damen vom Mädchenblog auf folgenden Artikel gestossen. Macht es einfach so, wie die Damen es vorgeschlagen haben. Ab Minute 5:25 gucken und ihr wisst, wer in den nächsten 4 (!) Jahren unsere Geschicke lenken wird. Ich sage euch, wir wünschen uns noch die Uschi zurück. Und das liebe Freunde, hätte sich wohl niemand träumen lassen...

Dienstag, 1. Dezember 2009

Du liebe Zeit

Fürwahr,...
dürfte den geneigten Leser ja nicht entgangen sein, dass ich ja ein besonderer Fan der Liberalen bin. Liegt vielleicht in der Natur der Sache oder da sich die FDP in großen Teilen der Republik zeitweise als Splitterpartei bewegt, aber leider hier im Südwesten doch stets treue Anhänger hat. Ob dies wiederum nun mit der Lage am Rhein und der Nähe zur Pfalz, immerhin die ehemalige Heimat der einzigen Splitterparteienkoalition auf Landesebene samt dem schwielowseegeschädigten Beck, zu erklären ist. Oder weil das Wahlkampfbüro der Vizepräsidentin des EU-Parlamentes (!), dieses Koch-Merlin, hier in Karlsruhe ist. Ich weiß es nicht. Ich weiß so vieles nicht.
Aber die lokale Brut macht nun aus meiner Heimatstadt einen Konzern, indem die Biotonnen durch eine private Firma gereinigt werden. Und klärt wie Aschenbecher geleert werden. Alles grundliberales Gedankengut.
Noch Fragen?
Biotonnen

BAM

Zum Jahresende gibt es wieder eine Vielzahl von Best of 2009-Verleihungen. Heute hat mein persönlicher Lieblingsverlag Langenscheidt, das "Jugendwort des Jahres 2009" verliehen. Gewonnen hat "hartzen", das sowas ähnliches wie abhängen bedeutet, so der Verlag. Platz zwei ging an "bam", was die neue Variante von cool sei. Einen hervorragenden dritten Platz belegte das Wort "Bankster", eine Mischung aus Banker und Gangster, die nämlich die Finanzkrise ausgelöst haben.
Sich über die Wahl zum Jugendwort des Jahres zu mockieren ist ungefähr so originell wie Karneval doof zu finden oder einen schönen Juliabend am Atlantik romantisch.
Aber, liebe Langenscheidt-Jury, ich arbeite ja mit denen, die angeblich so sprechen und kann mich um's Verrecken nicht daran erinnern, eines der Wörter jemals in da real school gehört zu haben.
Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass sich ein Jugendlicher für die Banker interessiert oder für "Gammelfleischparties" Der Öffentlichkeit, also mir, wird von ein paar Leuten suggeriert, wie die Jugendlichen so denken sollen. Und da mache ich dann doch nicht mit. Mockieren, nee, ärgern schon. Dann nennt das Ganze doch "Was sich echt schlaue Germanisten mit Hilfe von drei Sekundarstufe-Eins-Schülern so gedacht haben, was heute echt fresh klingen könnte und auch so ein bisschen gesellschaftkritisch ist"-Wort des Jahres 2009"
Eine Lanze für die Jugend; das habt ihr echt nicht nötig.