Dienstag, 1. Dezember 2009

BAM

Zum Jahresende gibt es wieder eine Vielzahl von Best of 2009-Verleihungen. Heute hat mein persönlicher Lieblingsverlag Langenscheidt, das "Jugendwort des Jahres 2009" verliehen. Gewonnen hat "hartzen", das sowas ähnliches wie abhängen bedeutet, so der Verlag. Platz zwei ging an "bam", was die neue Variante von cool sei. Einen hervorragenden dritten Platz belegte das Wort "Bankster", eine Mischung aus Banker und Gangster, die nämlich die Finanzkrise ausgelöst haben.
Sich über die Wahl zum Jugendwort des Jahres zu mockieren ist ungefähr so originell wie Karneval doof zu finden oder einen schönen Juliabend am Atlantik romantisch.
Aber, liebe Langenscheidt-Jury, ich arbeite ja mit denen, die angeblich so sprechen und kann mich um's Verrecken nicht daran erinnern, eines der Wörter jemals in da real school gehört zu haben.
Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass sich ein Jugendlicher für die Banker interessiert oder für "Gammelfleischparties" Der Öffentlichkeit, also mir, wird von ein paar Leuten suggeriert, wie die Jugendlichen so denken sollen. Und da mache ich dann doch nicht mit. Mockieren, nee, ärgern schon. Dann nennt das Ganze doch "Was sich echt schlaue Germanisten mit Hilfe von drei Sekundarstufe-Eins-Schülern so gedacht haben, was heute echt fresh klingen könnte und auch so ein bisschen gesellschaftkritisch ist"-Wort des Jahres 2009"
Eine Lanze für die Jugend; das habt ihr echt nicht nötig.



1 Kommentar:

jani hat gesagt…

..ich werde dieses "hartzen" morgen mal "dort wo es wehtut" prüfen lassen - bei den Isolierern.
Mein Tip für das Jugendwort des Jahres wäre ja eher der Ausdruck "Deine Mutter...".
Und "hartzen"? hat das irgendwas mit Peter Hartz zu tun?...
noch Fragen?