Sonntag, 6. Dezember 2009

Latin lovers

Wer behauptet, Norddeutschland hätte außer Grünkohl und Peter-Harry Carstensen nicht viel zu bieten, irrt gewaltig. Schließlich gibt's noch ultraschlechtes Wetter, preußische Genussbremsen und Dieter Bohlen. Als Diaspora kann man das kleine Bremen betrachten. Dort scheint die Welt nocheinmal ganz anders zu sein und vor allem in Ordnung. Manchmal kommt es einem so vor, als sei Bremen eigentlich das kleine gallische Dorf und das große Niedersachsen außenrum sind die Römer.
Mein persönliches Bremen Highlight ist der Lateinformationstanz. Diese Art des Tanzens tut sich besonders dadurch hervor, dass 16 Mensche, die alle unglaublich unnatürlich braun sind und wahnsinnige schwarze Haare haben, das machen, was ich unter Aerobic verstehe.
Mein Interesse für diese tänzerische Schwerstarbeit wurde durch die fantastische ARTE-Dokumentation über die TSG Bremerhaven ("Latin lovers"), die Mitte des ausgehenden Jahrzehnts ausgestrahlt wurde, geweckt.
Lateinformation ist ja eine der wenigen Sportarten, meiner Meinung nach, neben Curling die einzige, in der es keine Nationalmannschaften gibt, sondern Vereine teilnehmen dürfen. Das hört sich dann in der Live-Übertragung folgendermaßen an: "Die größten Favoriten neben den Bremern sind Litauen".
Nun war diese Wochenende in Bremen mal wieder die Weltmeisterschaft der Formationstänzer und wie soll es anders sein, die Lokalmatadoren haben gewonnen. Fehler der "Litauer" dürfte gewesen sein, dass "für Tanzpuristen das tänzerische Lateinelement gefehlt hat". Aha.

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